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    Arbeitsplatz, Burn-out, Krankenstand

    Gesundheit am Arbeitsplatz

    25. September 2012

    Laut einer im August im Auftrag von fit2work.at (Anm: Initiative der österreichischen Bundesregierung) durchgeführten Studie fühlen sich 3 von 10 Befragten durch ihre Arbeit gesundheitlich beeinträchtigt, jeder 10. musste seinen Arbeitsplatz aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu Gänze aufgeben.
    Weiters ergab die Studie, dass die Befragten 12 Tage aufgrund der Situation am Arbeitsplatz im Krankenstand waren (Aufgrund von Langzeitkrankenständen wurde hier der Median als Wert herangezogen).
    Fast immer, Häufig und Regelmäßig nannten 46% der Befragten Rücken- und Kreuzschmerzen, 44% Nacken- und Schulterschmerzen und 35% Erschöpfung als gesundheitliche Beeinträchtigung am Arbeitsplatz.

    Weiters wird in der Studie thematisiert:

    • Burnout-Prävention
    • Mobbing
    • Work-Life-Balance
    • Wertschätzung durch den Arbeitgeber

    Wie schaut es arbeitsrechtlich aus?

    So unterschiedlich sich die Arbeitsplätze gestalten, so umfangreich und verschieden sind die Arbeitnehmerschutzbestimmungen, als wichtige Rechtsquellen seien genannt:

    • Allgemeine Arbeitnehmerschutzverordnung (AAV)
    • Arbeitnehmerinnenschutzgesetz (ASchG)
    • Arbeitsmittelverordnung (AM-VO)
    • Arbeitsstättenverordnung (AStV)
    • Bauarbeiterschutzverordnung (BauV)
    • Bildschirmarbeitsverordnung (BS-V)

    Das Arbeitnehmerinnenschutzgesetz (ASchG) sieht allgemein eine Verpflichtung des Arbeitgebers vor, für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer im Bezug auf Aspekte, die die Arbeit betreffen, zu sorgen und dafür erforderliche Maßnahmen zu treffen.

    Aufgrund des Arbeitnehmerlnnnenschutzgesetzes wird beispielweise je nach Betriebsgröße vorgeschrieben, ob und wie viele Sicherheitsvertrauenspersonen, Sicherheitskräfte und Arbeitsmediziner, ein sicherheitstechnischer Dienst usw. bestellt werden müssen, um dem Arbeitgeber bei der Durchführung der ihrer obliegenden Vorsorge für den Schutz der Arbeitnehmer zu unterstützen.

    Das AschG gilt für die Beschäftigung von Arbeitnehmern.
    Unter Arbeitnehmer versteht man alle Personen, die im Rahmen eines Beschäftigungs- oder Ausbildungsverhältnisses tätig sind.
    Nach Meinung des Zentral-Arbeitsinspektorates fallen auch freie Dienstnehmer gem. § 4 Abs. 4 ASVG unter den Geltungsbereich des technischen und arbeitshygienischen Arbeitnehmerschutzes (ASchG und Verordnungen).

    nicht unter den Geltungsbereich fällt neben der Beschäftigung von Heimarbeitern und Hausgehilfen vor allem der öffentliche Dienst.

    Gefahrenevaluierung

    Darunter versteht man die Ermittlung und Beurteilung von Gefahren, die für die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer bestehen, insbesondere

    • die Gestaltung und Einrichtung der Arbeitsstätte
    • die Gestaltung und den Einsatz von Arbeitsmitteln
    • die Gestaltung der Arbeitsplätze
    • die Verwendung von Arbeitsstoffen
    • der Stand der Ausbildung und Unterweisung der Arbeitnehmer
    • die Bedachtnahme auf besonders gefährdete und schutzbedürftige Arbeitnehmer

    Auf Grundlage dieser Gefahrenermittlung und -beurteilung hat der Arbeitgeber festzulegen, welche Maßnahmen zur Gefahrenverhütung er zu treffen hat.
    Dies hat in Form einer schriftlichen Dokumentation zu erfolgen. Die nähere Ausführung wird in einer eigenen Verordnung zum ASchG geregelt, wobei für Kleinbetriebe bis 10 Arbeitnehmer ein vereinfachtes Formblatt genügt. Auf Basis dieser Verordnung werden sowohl von der Wirtschaftskammer Österreich wie auch von der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) „Checklisten“ für Unternehmen in Form von eigens gestalteten Formblättern zur Verfügung gestellt. Meiner Meinung nach hat sich das von der AUVA zur Verfügung gestellte Formular als das zweckdienlichste erwiesen.
    Bei der eben beschriebenen Gefahrenermittlung und -beurteilung handelt es sich um die so genannte Erstevaluierunq, welche zwingend vom Arbeitgeber durchzuführen ist und er diesbezüglich das ihn dabei treffende Haftungsrisiko nicht (gänzlich) auf die Präventivfachkräfte (Sicherheitsfachkraft und Arbeitsmediziner) abwälzen kann.
    Haftungsfolgen einer mangelhaften oder nicht durchgeführten (Erst-) Evaluierung

    • verwaltungsstrafrechtliche Konsequenzen
      Das ASchG enthält im § 130 ASchG einen umfassenden Strafkatalog, der teilweise empfindlich hohe Strafen vorsieht.
    • Haftung des Dienstgebers gegenüber den SV-Trägern
      Hat der Dienstgeber oder ein ihm gemäß § 333 Abs. 4 Gleichgestellter den Arbeitsunfall oder die Berufskrankheit vorsätzlich oder durch grobe Fahrlässigkeit verursacht, so hat er den Trägern der Sozialversicherung alle nach diesem Bundesgesetz zu gewährenden Leistungen zu ersetzen. Dies gilt nicht in den Fällen von Leistungen nach § 213a (§ 334 ASVG). Die Nichtbeachtung einer Unfallverhütungsvorschrift trotz wiederholter Beanstandung durch das Arbeitsinspektorat gilt als grobe Fahrlässigkeit im Sinne des § 334 ASVG.
    • arbeitsrechtliche Konsequenzen
      Wenn der Dienstgeber den ihm zum Schutze des Lebens oder der Gesundheit des Dienstnehmers gesetzlich obliegenden Verpflichtungen nicht nachkommt, berechtigt dies den Dienstnehmer, berechtigterweise vorzeitig auszutreten (Anspruch auf Abfertigung!!!). Auch einen eigenen Kündigungs- und Entlassungsschutz gibt es für Dienstnehmer, die bei ernster und unmittelbarer Gefahr für Leben und Gesundheit den Gefahrenbereich verlassen bzw. geeignete Maßnahmen zur Gefahrenabwehr treffen (§ 8 AVRAG).
      justizstrafrechtliche Konsequenzen
      Der Dienstgeber kann auch nach § 88 StGB (fahrlässige Körperverletzung) von einem Strafgericht zur Verantwortung gezogen werden.

    Linktipp        

    http://www.eval.at

     

    In der eingangs erwähnten Studie geben 21% der Befragten an, dass der Arbeitgeber im Bereich Gesundheit am Arbeitsplatz viel mehr tun sollte, nur 10% geben an ihren Arbeitgeber als Vorreiter in diesen Belangen zu sehen.

    http://www.bmask.gv.at/cms/site/attachments/6/6/0/CH2081/CMS1348748163570/mr_6024_ikp_arbeitsgesundheit_inkl._summary.pdf

     

    Florian Schrenk, BA
    Mag. Friedrich Schrenk
    
    
    
    
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